Habt ihr von La Chaux de Fond oder Le Locle schon gehört? Das sind Orte im Jura, ganz in der Nähe von La Sagne. Dort war nämlich die diesjährige Pfingststaffel, auf einem typischen, langgezogenen Jurarücken, auf dem im Sommer die Kühe grasen. Das war auch das Problem, weshalb das Pfingststaffel-Wochenende dieses Jahr nur zwei Tage dauerte – nämlich Samstag und Sonntag (bis spätestens 17 Uhr). Am Montag musste die Wiese wieder als Weide zur Verfügung stehen. Schade, so konnten kein gemeinsamer Abend nach der Staffel und kein zusätzliches Training am Pfingstmontag mehr stattfinden. Man fragt sich als OL-ler ja schon, ob es für die Kühe wirklich auf den Tag genau drauf ankommt…
Aber nun der Reihe nach:
Schon Tage vor dem Wochenende waren wir im eigens dafür eingerichteten Pfingststaffel-Chat in Kontakt. Dominik stellte de Teams zusammen und Manuel gestaltete eine coole Liste mit unseren 4 Staffelteams: Kapreolo Hirsch, Gams, Reh und Geiss, die Anreise wurde abgesprochen und Dominik versorgte uns mit den jeweils aktualisierten Weisungen (es gab drei Versionen mit kurzfristigen Änderungen!).
Bei herrlichem Wetter schlugen wir am Samstagnachmittag rund um die Kapreolo-Fahne und das Klubzelt im Schatten einer Tanne unser Lager auf. Die Wiese war etwas buckelig, aber dieses Jahr ameisenfrei. Bald begannen die ersten Hungrigen Pasta zu kochen, um für die Nachtetappen genug Energie zu tanken. Andere vertrieben sich die Zeit mit dem Ball, plauderten bei Kaffee und selbstgebackenem Zitronenkuchen oder lagen schlapp wegen der grossen Hitze in ihren Zelten. Einige standen auch in der langen Kloschlange an, denn in diesem Jahr gab es nur 4 Toi-Toi-WCs für ca. 600 Teilnehmer (kein Pissoir).
Das Briefing wurde auf Französisch erklärt (lautstark) und auf Deutsch übersetzt (zu leise). Trotzdem machten fast alle alles richtig (Nur ich vergass zu löschen und prüfen, weshalb ich vom zweiten Posten nochmals zum Start laufen musste und nun die Ehre habe, den Bericht zu schreiben).
Um 20.20 Uhr war der Massenstart für die 1. Etappe, die Dämmerung hatte noch gar nicht eingesetzt und es war taghell. Erst mit der Zeit wurde es dunkler. Beim zweiten Läufer war es dann beim Überlauf gar nicht so leicht zu erkennen, wer da gerade mit den hellen Lampen angerannt kam. Aber auch auf dem Handy konnte man mitverfolgen, wer welchen Funkposten schon passiert hatte. Rechnen musste man trotzdem, da bei jeder Etappe der Überlauf an einer anderen Stelle war (zwischen 35% und 65%).
Alle vier Teams hatten bei den Nachtetappen gute Leistungen, sodass die 3. Läufer früh starten konnten. Zum Glück wurde die Startzeit des ersten Teams von 7 Uhr auf 8 Uhr verlegt, denn unser Team Hirsch hatte nur 1 Minute Rückstand, Gams 6 Minuten, die beiden anderen Teams etwas mehr.
Um 8.44 Uhr waren alle unsere Staffeln wieder unterwegs und zeigten trotz der Hitze vollen Einsatz. Für jeden unserer Läufer standen Teamkollegen bereit, die beim Überlauf Wasser reichten, denn es gab trotz der langen Strecken keinen Verpflegungsposten. Vor dem Klub-Zelt stellten wir ein Sonnentarp auf, denn die Tanne machte nur am späten Nachmittag Schatten. Urs hatte die Getränke zuhause noch tiefgefroren, damit die Milch nicht sauer wurde und niemand das Bier lauwarm trinken musste. So war es trotz der hohen Temperaturen erträglich, ausser man hatte gerade den Zieleinlauf hinter sich, der für alle einen ganzen Hang bergauf führte.
Da wir schon bald abreisen mussten, kochten wir das Risotto in mehreren Portionen, zum Mittagessen vor bzw. nach dem Lauf. Als Dessert und Zvieri brachten uns Marcs Eltern selbstgebackene Rübli-Muffins und anderen leckeren Kuchen – vielen herzlichen Dank.
Bei der Siegerehrung (siehe Foto) wurde dem Team Hirsch als Preis feiner Fondue-Käse überreicht, aus Milch von Kühen, die das Gras auf der Pfingststaffelwiese gefressen hatten – herzlichen Glückwunsch zum 3. Platz. Team Gams belegte Rang 6, Team Reh Rang 40 und Team Geiss Rang 48 von insgesamt 75 Staffelteams.
Fazit: viele tolle Fotos (Dank an Roman), ein Podestplatz für die Staffel Hirsch, insgesamt vier erfolgreiche Teams, kein einziger fehlender Posten oder Fehlstempeln, viele Leistungskilometer, niemand startet im Massenstart, tolle Stimmung, hohe Temperaturen, superfeines Risotto, Unmengen Kuchen und längste Kloschlange ever! Ein grosses Dankeschön an Dominik fürs Organisieren dieses tollen Events.
Bericht: Barbara, Bilder: Roman & Manuel